Dressur

Die Dressur wird in verschiedenen Schwierigkeitsgraden geritten wie eine klassische Dressurprüfung nach FN. Im Vergleich zu klassischen Dressurprüfungen soll das Pferd in der WE mit energischeren Übergängen aus der Hinterhand präsentiert werden, um seine Eignung für die Arbeit zu demonstrieren. Die Dressurprogramme werden vom ARSETS festgelegt.

Die Dressurprogramme für die Klassen E, A, L und M sind auf der Homepage unter Dokumente zu finden und bleiben während der gesamten Turniersaison gleich. Das Dressurprogramm für die Klasse S richtet sich nach der WAWE. Für jede verlangte Lektion werden von den Richtern Noten zwischen 0 bis 10 erteilt. Dazu kommen Gesamtnoten für die Gangarten, den Schwung, Gehorsam und reiterliche Einwirkung sowie eine Präsentations-Note. Dabei wird Takt und Schwung bewertet, jedoch nicht die Gangveranlagung des Pferdes.

Das Ziel der Dressur gemäss Wegleitung ist die harmonische Entwicklung der natürlichen Anlagen und Fähigkeiten des Pferdes. Sie bezweckt gleichermassen ein ruhiges, gehor­sa­mes und schwungvolles Pferd und damit eine vollkommene Einheit mit sei­nem Reiter. Diese Eigenschaften drücken sich aus: durch den Schwung, der die Lebhaftigkeit und den Glanz vermittelt; durch die Reinheit, Losgelassenheit und Regelmässigkeit der Gänge; durch die Harmonie, Leichtigkeit und Ungezwun­gen­heit der Bewegungen; durch die Kadenz, welche die Bewegungen gut mar­kiert und sie rhythmisch und harmonisch gestaltet; durch die Durchlässigkeit, die sich in völligem Gehorsam auf die Reiterhilfen ausdrückt und durch absolut kor­rekte, der jeweiligen Arbeit auf gerader oder gebogener Linie entsprechen­de Stellung und Biegung.

Das Pferd vermittelt hierdurch den Eindruck, seine Arbeit aus freiem Willen zu tun. Vertrauensvoll und aufmerksam folgt es willig seinem Reiter und bleibt, der jeweiligen Arbeit auf gerader oder gebogener Linie entsprechend, absolut korrekt gestellt oder gebogen. Sein Schritt ist regelmässig, fleissig und rein in der Fussfolge. Sein Trab ist frei, federnd, kadenziert, getragen und aktiv. Sein Galopp ist geschlossen, leicht­füssig und taktmässig gesprungen. Seine Hinterhand ist aktiv; sie reagiert auf die geringste Aufforderung seitens des Reiters und wirkt hierdurch belebend auf alle anderen Körperteile des Pferdes. Dank seiner steten Bereitschaft, seinem Drang nach vorwärts und seiner Durch­lässigkeit folgt das Pferd willig, ruhig und ohne jegliche Versteifung den Anfor­derungen seines Reiters.

Das Pferd soll während der ganzen Arbeit, auch im Halten, "an den Hilfen" stehen. Es steht "an den Hilfen", wenn es sich, mit korrekt untergestellter Hinterhand, bei ruhiger Kopfhaltung, die Stirnlinie leicht vor der Senkrechten, mit weicher Zügelanlehnung, reguliert durch Kreuz und Schenkel, mehr oder weniger in Versammlung befindet und keinen Widerstand leistet. Die Haltung des Pferdes "an den Hilfen" und der Grad der Versammlung sind von seinem Körperbau und dem erreichten Grad der Ausbildung abhängig. Die je nach Ausbildungsgrad des Pferdes mehr oder weniger betonte Verbin­dung zwischen Pferdemaul und Reiterhand (Anlehnung) muss immer vom Schwung des Pferdes diktiert sein; sie muss von hinten nach vorne und darf niemals von vorne nach hinten erfolgen, das heisst, sie muss von der Reiter­hand abgenommen, aber nicht durch dieselbe gefordert werden. In der Versammlung erhebt sich die Kammlinie in freier, harmoni­scher Biegung vom Widerrist bis zum Genick, wobei letzteres immer der höch­ste Punkt bleibt.